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Kult

Der Erfinder des Ententanzes wird 90

«Tabadäbä- dä, bä-räm – qua, qua, qua, quaaa» Die Melodie kennt jeder. Der «Ententanz» ist ein Dauerbrenner in den Charts –und auch den Tanz kann jedes Kind.

Das freut Werner Thomas: Der Schweizer, der den Welthit komponiert hat, feiert heute seinen 90. Geburtstag. Und verdient immer noch an der Melodie, die ihm vor mehr als fünfzig Jahren eingefallen ist.

Die Melodie zum «Ententanz» spielte der Thurgauer 1957 regelmässig an seinen Akkordeon-Auftritten in Davos um die Pause einzuleiten. Und das Publikum kriegte nicht genug davon. Als ein belgischer Produzent, der in Davos Ferien machte, den Pausensound hörte, konnte er nicht glauben, dass Thomas die Melodie selbst komponiert hatte. Der Belgier fragte nach den Noten und bald wartete in Werner Thomas’ Briefkasten eine Platte mit seinem Lied – auf dem Synthesizer nachgespielt. Werner Thomas war vorerst gar nicht begeistert. So habe er sich das nicht vorgestellt.

Doch «Tschip Tschip», wie der Belgier das Lied nannte, feierte nicht nur in Belgien, sondern auch in der Schweiz grossen Erfolg. 1974 stand die Single für fünf Wochen auf Platz 1 der schweizerischen Single-Charts und nach einem Monat waren 100'000 Singles verkauft. Thomas erhielt in Antwerpen eine Goldene Schallplatte und so machte er seinen Frieden mit der Synthesizer-Version.

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Über 300 Versionen in 42 Ländern des Hits existieren mittlerweile weltweit. Spätestens nachdem Electronica («Dance little bird»), Fred Sonnenschein alias Frank Zander («Ja, wenn wir alle Englein wären») und Romina Power («Il ballo di qua qua») mit ihren Interpretationen von «Tschip Tschip» die Starts stürmten, war das Lied weltberühmt.

Zu dieser Zeit erfand Thomas den passenden «Ententanz», der mindestens so eingängig ist wie der Song selbst. Inspiriert sind die Tanzbewegungen laut Thomas einerseits von den 130 Enten, die damals in seinem Garten herumwatschelten, andererseits aber auch von den Übungen der Skifahrer in Davos.

Schon seit fünf Jahren lebt der zweifache Vater im Tessin in einem Alterszentrum, vorher mit seiner jetzt verstorbenen Frau in einer schönen Wohnung in Locarno. «Sonst lebten wir normal weiter.» Dass sein Stück weltweit bekannt ist, mache ihn aber schon stolz. «Aber das gebe ich nicht so gern zu. Ich möchte auf dem Boden bleiben.»

Mit der Musik hat Werner Thomas aber nie aufgehört. Voller Lebensfreude und immer mit neuen Ideen und Träumen lebt der Thurgauer. Zu seinem 90. Geburtstag veröffentlicht Thomas seine neue CD mit dem Titel «Arrivederci».

Und das alles verdankt er dieser einen Melodie. Er erklärt, dass der Ententanz für ihn wie ein Sechser im Lotto gewesen sei.