«Ich habe in meinem Hundesalon auch schon Dabu Fantastic den Kopf gewaschen»
Am Skype mit...

«Ich habe in meinem Hundesalon auch schon Dabu Fantastic den Kopf gewaschen»

Einmal in der Woche spricht Céline Werdelis von der «Abig-Show», normalerweise auf einem «Bänkli» aber momentan via Telefon oder Skype, mit Menschen, die mit Leidenschaft ein Ziel verfolgen, sich für eine Sache, die ihnen am Herzen liegt, einsetzen oder die einen aussergewöhnlichen Beruf ausüben – wer weiss, was für eine Lebensgeschichte uns erwartet!

Für uns Zweibeiner gibt es in Zürich ein Überangebot an Coiffeursalsons. Für Vierbeiner hingegen ist das Angebot beschränkt. Eine Möglichkeit, seinen Pudel oder Labrador Retriever zu baden, zu föhnen und zu scheren gibt es im ältesten Hundesalon der Stadt Zürich - im «Dolly». Seit 1997 ist Jaqueline «Jacky» Meier die Besitzerin dieses Salons.

«Ich werde immer etwas belächelt, wenn ich sage, dass ich Hundecoiffeuse bin»

Jaqueline lacht enorm viel und hat unglaublich viele Geschichten zu erzählen. «Du wirkst sehr zufrieden», stellt Céline fest. «Das bin ich auch. Obwohl ich oft belächelt werde, wenn ich erzähle womit ich mein Geld verdiene», meint Jaqueline und lacht erneut. Viele unterschätzen den Beruf. «Ich verfüge über ein grosses medizinisches Wissen. Da ich die Hunde ganz abtaste, habe ich in all den Jahren auch schon mal einen Knollen bei einem Hund gefunden und den Besitzer*innen dann empfohlen, dass sie zum Tierarzt gehen sollen. Zudem werde ich auch oft in Erziehungsfragen um Rat gefragt», erklärt die eidgenössisch diplomierte Hundecoiffeuse.

«Das Föhnen ist einfach beschissen»

Jaqueline merkt schnell, welche Hunde ihre Besitzer an der Nase herumführen. «Das ist wie bei den Kindern: Wenn man den Hunden ihre Grenzen nicht aufzeigt, haben sie die Herrchen und Frauchen im Griff und nicht umgekehrt.» Vor allem wenn es ums Föhnen geht, werden die Hunde nervös. «Da muss ich mich dann manchmal durchsetzen. Das Föhnen ist aber einfach beschissen – laut und unangenehm», gibt Jaqueline ehrlich zu.

Durch ihre Selbständigkeit hat Jaqueline Dinge erlebt, die sie sich nie erträumt hätte. Wie zum Beispiel der Zürcher Band Dabu Fantastic die Haare im Hundebad zu waschen oder teil der Kunstausstellung «Manifesta» zu sein. Céline kam es so vor als kenne sie Jaqueline schon lange. Ihre offene und herzliche Art sei ansteckend, meint Céline. Wie Jaqueline früher auf einem Gepard an der Limmat entlang ritt und welcher Hund ihr «Seelenhund» ist, das erzählte sie Céline via Skype.

Quelle: Radio 24