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Schweiz

7 Dinge, die dir als Vater gleich viele Freitage einbringen wie die Geburt deines Kindes🤔

Sollen frischgebackene Väter vier Wochen Urlaub kriegen? Am Donnerstag berät der Ständerat über eine entsprechende Initiative – und einen Gegenvorschlag, der zwei Wochen vorsieht. Der Bundesrat hingegen möchte weiterhin nur einen Tag Vaterschaftsurlaub. Wir haben uns angeschaut, wofür man hierzulande ebenfalls einen Tag freibekommt.

Im Juli 2017 wurde die Volksinitiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie» eingereicht. Sie verlangt einen bezahlten Urlaub von 20 Tagen für Väter, flexibel zu beziehen innerhalb eines Jahres nach Geburt des Kindes.
Am Donnerstag beugt sich der Ständerat über das Geschäft. Seine vorberatende Kommission empfiehlt die Initiative zwar zur Ablehnung. Sie schlägt jedoch einen indirekten Gegenvorschlag vor, der einen Vaterschaftsurlaub von zehn Arbeitstagen vorsieht. Der Bundesrat will davon nichts wissen. Er lehnt Initiative und Gegenvorschlag ab.
Damit hält der Bundesrat daran fest: Bei der Geburt eines Kindes sollen Väter gesetzlich weiterhin lediglich einen freien Tag erhalten. Gleich viele freie Tage gibt es aus folgenden Gründen (unvollständige Auswahl):
1) Weil ein gewisser Josef vor rund 2000 Jahren in Betlehem Vater wurde (Vaterschaft höchst umstritten)
Der 25. Dezember, der Tag der Geburt Jesu, ist in sämtlichen Kantonen ein gesetzlicher Feiertag.

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2) Weil Papst Innozenz XIII. ab 1691 in päpstlichen Bullen einen neuen Tag als Jahresbeginn festlegte
Der 1. Januar ist ebenfalls in allen Kantonen ein gesetzlicher Feiertag. Der sogenannte Circumcisionsstil begann sich ab dem 16. Jahrhundert in Europa durchzusetzen. Der Kalenderstil, der den 1. Januar als Jahresbeginn festlegt, löste den vorher geläufigeren Nativitätsstil ab, bei dem der 25. Dezember als Jahresbeginn galt. Ab 1691 übernahm dann auch die päpstliche Kanzlei die Zeitrechnung, was den Circumcisionsstil definitiv etablierte.
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3) Weil sich drei Bezirke in einer Volksabstimmung fĂĽr eine Abspaltung vom Kanton Bern entschieden
Im Kanton Jura gilt der 23. Juni in Andenken an die Volksabstimmung von 1974 als gesetzlich anerkannter Feiertag (commémoration du plébiscite jurassien). Damals entschieden sich die drei nordjurassischen Bezirke Delémont, Porrentruy und Franches-Montagnes für eine Abspaltung vom Kanton Bern und die Gründung des neuen Kantons Jura. Dieser Schritt wurde vier Jahre später in einer eidgenössischen Volksabstimmung angenommen.
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Der jurassische Politiker Francois Lachat feiert im September 1978 das Ja zur Gründung des Kantons Jura in einer eidgenössischen Volksabstimmung.

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4) Weil angeblich eine Hexe auf einem Besen das Christkind sucht
Im Kanton Tessin wird am 6. Januar die Epifania gefeiert. Der Tag ist ein gesetzlich anerkannter Feiertag, wie auch in einigen Gemeinden Graubündens. Der Name stammt von Epiphanie ab, dem Kirchenfest der Heiligen Drei Könige Balthasar, Melchior und Kaspar, die an diesem Tag die Krippe Jesu in Betlehem erreichten. Zusätzlich taucht im Tessin gemäss einem alten, vor allem in Italien populären Volksglauben auch eine gute Hexe namens Befana auf. Sie fliegt in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar auf ihrem Besen auf der Suche nach dem Christkind von Haus zu Haus und bringt den Kindern Geschenke. Laut der Sage soll Befana von den Hirten die frohe Kunde über die Geburt Christi gehört haben. Der Stern von Betlehem hätte sie zur Krippe führen sollen. Da Befana zu spät aufbrach, verpasste sie jedoch den Stern – und fand Jesus nicht, weshalb sie ihn per Besenritt sucht.
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Teilnehmer des traditionellen Dreikönigs-Schwimmen in Brissago TI.

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5) Weil der eigentliche Todestag von Niklaus von FlĂĽe schon besetzt war
Der Einsiedler, Mystiker, einflussreiche Berater von Staatsmännern und inoffizielle Schutzpatron der Schweiz, Niklaus von Flüe (1417-1487), wurde 1947 von Papst Pius XII. heiliggesprochen. Weil der eigentliche Todestag von Flües, der 21. März, bereits dem Gedenken an Benedikt von Nursia gewidmet war, wurde der 25. September als Gedenktag von Niklaus von Flüe festgelegt. Dieser ist als Bruderklausenfest im Kanton Obwalden ein gesetzlich anerkannter Feiertag.
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Lebensgrosse Figur von Niklaus von Flüe an der Prozession am Bruderklausenfest in Sachseln OW (2017).

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6) Weil 1572 in Paris Protestanten massakriert wurden
Immer am Donnerstag nach dem ersten Sonntag im September findet der Genfer Bettag (jeûne genevois) statt. Der gesetzlich anerkannte Feiertag geht angeblich auf das Gedenken an die Bartholomäusnacht zurück, die auch als Pariser Bluthochzeit bekannt ist. In der Nacht vom 23. auf den 24. August 1572, den Bartholomäustag, wurden in Paris in einem Pogrom tausende Protestanten ermordet. Rasch dehnten sich die Massaker in die französische Provinz aus. Im protestantischen Genf lösten das Pogrom grosses Entsetzen aus. 1840 wurde der Bettag im Kanton Genf zum gesetzlichen Feiertag erklärt.
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«Le Massacre de la Saint-Barthélemy» von François Dubois (ca. 1572 bis 1584).

Foto: François Dubois [public domain]

7) Weil Glarner und Innerschweizer 1388 ca. 1700 Habsburger töteten
Bei der Schlacht von Näfels am 9. April 1388 versammelten sich eine 600 Mann starke Streitkraft von Glarnern, verstärkt durch einige Urner, Schwyzer und Unterwaldner, am Rautiberg hinter Näfels. Den zahlenmässig stark unterlegenen Eidgenossen gelang es – unter anderem mit Steinen und Felsblöcken – ein habsburgisches Heer aus 600 berittenen Soldaten und 6000 Mann Fusstruppen zu stoppen. Dieses war zuvor plündernd durchs Linthtal gezogen. Rund 1700 Habsburger verloren ihr Leben, viele davon verendeten in den Sümpfen bei Weesen. Auf eidgenössischer Seite waren ca. 55 Todesopfer zu beklagen. Am ersten Donnerstag im April wird im Kanton Glarus mit der Näfelser Fahrt, einem gesetzlich anerkannten Feiertag, der siegreichen Schlacht gedenkt. Um 7 Uhr morgens setzt sich jeweils am Zeughaus in Glarus ein Zug aus Bürgern, Musikkapellen und Armeeangehörigen in Bewegung und wandert zum Schlachtdenkmal bei Näfels.
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Der Umzug an der Näfelser Fahrt 2015.

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