ETH Zürich, Schoggi, Regenbogen
Foto: ETH Zürich / Giulia Marthaler
ETH Zürich

Wenn die Schoggi leuchtet wie ein Regenbogen

ETH-​Forschende lassen Pralinen in Regenbogenfarben schillern, ganz ohne Zusatzstoffe. Sie haben ein Verfahren entwickelt, um die Oberfläche von Schokolade mit einer Struktur zu prägen, sodass gezielte Farbeffekte entstehen

ETH-Forscher lassen Pralinen bunt schillern

Die Praline schillert in wild wechselnden Regenbogenfarben. Es scheint, als würde sie leuchten. Eine Gruppe von Forschenden der ETH Zürich und der Fachhochschule Nordwestschweiz haben dafür vor Kurzem ein Patent angemeldet.

Einfärben konnte man Schokolade zwar schon lange. Die ETH-​Forschenden erzeugen die Regenbogenfarbe aber ganz ohne Zusatzstoffe. Sie entstehen alleine durch eine eingeprägte Struktur, man spricht dabei von Strukturfarben. Der Effekt funktioniert ähnlich wie bei einem Chamäleon: Die geordnete Struktur auf der Oberfläche seiner Haut bricht und streut das Licht so, dass bestimmte Farben sichtbar werden.

Experimente in der Küche
Die ersten Experimente beginnen in der Kaffeeküche, oft am Freitagnachmittag. Das Schokoladenprojekt entsteht aus reiner Neugierde. Die drei beginnen die Eigenschaften von Schokolade zu erfassen, sie beginnen zu verstehen, was das Material ausmacht und weshalb sie braun ist. Die möglichen Lösungen ergeben sich daraus fast spielerisch. Die Umsetzung aber bleibt eine Herausforderung.

Zuerst experimentieren die drei Wissenschaftler mit Strukturfarben auf Basis von essbaren Beschichtungen aus Gold und Titanoxid. Auf dunkler Schokolade entstehen je nach Dicke des Titan-​Films goldgelbe oder tiefblaue Farben. Trotzdem verwerfen sie die Methode wieder, die Produktionsweise würde zu kompliziert, die Beschichtung der bei 31°C schmelzenden Schokolade ist heikel und aufwendig. Man kommt zum Schluss, dass es auch ohne die Zusatzstoffe gehen muss.

Quelle: Radio 24