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Repair Cafés: Entsorgt ihr noch oder repariert ihr schon?

Habt ihr Haushaltsgeräte, Velos oder vielleicht einen Rasenmäher zu Hause, die ihre besten Zeiten hinter sich haben? Dann gibt es entweder die Möglichkeit, sie wegzuwerfen und sich etwas Neues zu kaufen. Oder aber – ökologischer – ihr bringt die Gegenstände in ein Repair Café.

Bereits über 100 Repair Cafés gibt es in der Schweiz. Repair Cafés sind Treffen, wo ehrenamtliche Profis eure defekten Gegenstände reparieren. Werkzeuge können kostenlos benutzt und gängige Ersatzteile günstig gekauft werden. Lokal gibt es allerdings unterschiedliche Reparatur-Angebote. Repair Cafés bieten aber die Möglichkeit, konkret etwas gegen den Ressourcenverschleiss und die wachsenden Abfallberge unserer Wegwerfgesellschaft zu unternehmen. Ganz nebenbei schont ihr euer Portemonnaie und ihr könnt andere Besucher bei Kaffee und Kuchen treffen.

Unterschiedlichste Helfer

Der Konsumentenschutz freut sich über diese Entwicklung und den Anklang, den dieses Thema bei der Bevölkerung findet: «Einerseits können Reparateure zeigen, was sie alles reparieren können und andererseits freuen sich die Besucher, wenn ihre Gegenstände, die sie verloren geglaubt haben, ein zweites Leben geschenkt bekommen.» Die Reparateure sind meist pensionierte Elektroniker, Mechaniker oder Schreiner, die ihr Fachwissen weiterhin einsetzen möchten. Auch im «Flick-Kafi Horgen» sind viele verschiedene Helfer am Werk. Nicht nur pensionierte Fachkräfte, sondern auch solche, die neben ihrem Beruf etwas Neues ausprobieren wollen. «Beispielsweise IT-Spezialisten, die Schirme reparieren, weil sie Spass daran haben, etwas Handwerkliches zu tun», freut sich Urs Länzlinger vom «Flick-Kafi Horgen».

«Es rattert und klappert»

Es herrsche eine ausgelassene Stimmung im «Flick-Kafi Horgen», sagt Länzlinger. Unterschiedlichste Menschen treffen aufeinander und reparieren mit Freude und der Umwelt zuliebe allerlei Gegenstände. Besonders schön: «Bei Geräten mit besonderer emotionaler Bedeutung, wie beispielsweise einer alten Schreibmaschine oder einem alten Musikinstrument, bekommen wir auch oft schöne Geschichten dazu erzählt», sagt Urs Länzlinger. Am meisten bringen die Besucher jedoch elektronische Geräte in die Repair Cafés. Bei Elektronik-Geräten liegt die Reparatur-Quote im Schnitt bei 50 Prozent, bei Textilien liegt sie dagegen bei fast 100 Prozent.

Eine weltweite Bewegung

Die Repair Cafés gewinnen nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit an Relevanz. «Das zeigt, dass es der Bevölkerung ein Anliegen ist, defekte Dinge reparieren zu können und der Wegwerfwirtschaft etwas entgegen zu halten», sagt Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz. Der Konsumentenschutz verfolgt daher auch ein konkretes Ziel. In jedem Dorf oder jeder Stadt mit mehr als 10'000 Einwohnern soll ein solches Repair Café gegründet werden. Denn je weiter man reisen muss, desto kleiner ist der Effekt der Nachhaltigkeit.

Mit Material vom Konsumentenschutz

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