Igel
Foto: Radio 24
Immer weniger Igel in Zürich

So kannst du Igeln helfen

In Siedlungsräumen leben mehr Igel als in ländlichen Gebieten – freilich nicht ungefährdet. Gemäss einer Studie hat die Igel-Population in der Stadt Zürich in den letzten 25 Jahren um 40 Prozent abgenommen.

Der Vergleich der Daten aus zwei Citizen Science-Projekten zeigt einen Rückgang der Igelpopulationen in der Stadt Zürich um 40 Prozent – von rund 1500 auf weniger als 900 Igel. Die Lebensräume der Tiere schrumpften im selben Zeitraum um fast ein Fünftel.

Die Gründe für diesen markanten Rückgang sind zurzeit noch unklar. Mögliche Ursachen gibt es viele: die zunehmende Verdichtung des städtischen Lebensraums; eine Abnahme der Artenvielfalt in Gärten; zunehmende Undurchlässigkeit des Lebensraums durch Strassen, Mauern und Zäune; der Einsatz von Pestiziden; eine Zunahme der Dachspopulation; der zunehmende Autoverkehr sowie Parasiten oder Krankheiten.

Wir waren zu Besuch im Igelzentrum um zu erfahren, wie wir die Igel unterstützen können.

Wie kannst du den Igeln helfen?

Viele Igel werden beim Versuch, die Strasse zu überqueren, überfahren. Durch eine angemessene Geschwindigkeit könnten viele dieser Vorfälle verhindert werden, denn die Igel zeigen nicht ihr typisches Verhalten, wenn ein Auto auf sie zufährt. Während sie sich zum Schutz vor ihren natürlichen Feinden zusammenrollen, flüchten sie vor Autos.

Du solltest die Igel also auch nicht versuchen zwischen die Räder zu nehmen, denn das geht fast immer schief. Am besten wartest du einfach kurz bis der Igel die Strasse überquert hat. Du kannst einen Igel auch über die Strasse tragen, aber immer in seine Laufrichtung.

Viele Menschen wollen den Igeln helfen, indem sie ihnen Futter in den Garten stellen. Aber Igel sollten nur in Ausnahmesituation gefüttert werden. Am einfachsten und effektivsten hilfst du den Igeln, wenn du deinen Garten möglichst igelfreundlich gestaltest und bewirtest.

Igel im Garten - was soll ich tun?

Damit Igel während ihrer Nahrungssuche nicht stecken bleiben, sollte entweder unter dem Zaun 10 cm Platz oder im Zaun ein Schlupfloch von 10x10 cm vorhanden sein. Igel versuchen sich oft durch Engpässe wie Maschendrahtzäune durchzuquetschen, aber passen nicht durch. Wegen der Stacheln und ihrem Körperbau können sie dann nicht mehr entkommen.

Du kannst einem Igel auch einen Unterschlupf und einen Platz für den Winterschlaf in deinem Garten anbieten. Dafür legst du einige gröbere Äste übereinander und bedeckst sie mit Laub. Zum Schluss legst du noch Zweige von Nadelbäumen darüber, damit das Laub nicht weggeweht wird. Den Unterschlupf legst du bestenfalls an einem schattigen Ort an.

Wenn du einen verletzten oder kranken Igel siehst, rufst du am besten bei einer Igelstelle deiner Umgebung oder einer Tierpraxis an und fragst, was du unternehmen sollst. In einer Igelstelle werden verletzte und kranke Igel gepflegt und danach wieder ausgesetzt. Da Igel sehr ortsgebunden sind, müssen sie immer am selben Ort wieder ausgesetzt werden, wie sie gefunden werden.

Zu Besuch im Igelzentrum

Wir waren zu Besuch im Igelzentrum in Zürich und haben vom Geschäftsführer Simon Steinemann eine kleine Führung erhalten:

Wenn du den Igel also helfen willst, solltest du also vor allem ihren Lebensraum angenehmer gestalten. Auch kleine Dinge können für die Igel einen grossen Unterschied machen. Falls du noch mehr darüber wissen willst, wie du deinen Garten möglichst igelfreundlich gestalten kannst und wie du den Igeln helfen kannst, empfehlen wir dir die Broschüre «Igelfreundlicher Garten» des Igelzentrums.

Quelle: Radio 24