Reisewelten - Irlands kuriose Sportarten
Reisewelten

Mit der Eisenkugel bis zum Pub

Irish Road Bowling - der irische Sport mit direktem Weg ins Irish Pub.
Corrado Filipponi

Sportart Nummer eins in Irland ist klar das Hurling, die schnellste Mannschaftssportart überhaupt, das Spiel keltischen Ursprungs mit Schläger und Ball. Dann gibt es natürlich all die weiteren typisch irischen Sportarten wie Gaelic Football, Rugby und die üblichen Verdächtigen wie Fussball, Golf und Pferderennen. Aber es gibt auch das Bogsnorkelling (Sumpfschnorcheln) sowie Irish Road Bowling – der irische Sport mit direktem Weg ins Pub.

Irish Road Bowling wird mit einer 800 Gramm schweren Eisenkugel mit verschiedenen Teams gespielt. Für den Wurf wird der Arm über die Schulter geschleudert und die Kugel dann auf Kniehöhe aus der Hand katapultiert. Ziel ist es mit möglichst wenigen Würfen die Kugel durch den Parcours zu bringen. Als Strecke dient eine Landstrasse am Sonntag und als Ziellinie ein Kreidestrich auf dem Boden, der letzte Wurf endet immer direkt vor dem Pub.

Es wird fast nur von Männern gespielt, die in Gruppen von mindestens zwei Spielern und bis zu sechs Teams gegeneinander antreten. Frauen sind selten dabei, aber kleine Jungs, Greisen, Väter mit Kinderwagen und auch Hunde, die die von der ländlichen Strasse abgekommenen Kugeln wieder finden müssen.

Es kann hitzig zu und hergehen, es ist schliesslich das Sonntagsspiel, das sich alle die Woche hindurch herbeigesehnt haben und das nun jeder gewinnen will. Natürlich ist die schmale Strasse auch an Sonntagen nicht immer autofrei und so müssen die Werfer aufpassen, dass die Eisenkugel nicht durch eine Windschutzscheibe geschleudert wird.

Die Strecke ist so angelegt, dass die Ziellinie immer direkt vor dem Pub ist. Spätestens im Ziel und bei einem Pint Guinness im Pub, sind dann alle wieder Freunde und glückliche Gewinner.


Über den Autor


Corrado Filipponi ist ein bekannter Schweizer Reisefotograf, der seit 1989 als Weltentdecker und Fotograf unabhängig durch über 80 Länder auf sechs Kontinenten reiste. Der 50-Jährige hält jährlich über 50 Referate und Präsentationen. Er hat insgesamt 12 Multivision Fotoreportagen produziert. Für «Reisewelten» schreibt er jeden Monat einen exklusiven Reisetipp. Seine aktuellen Projekte und Tourneen findet ihr auf www.dia.ch.

Corrado Filipponi

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