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Schweiz am Wochenende

Katy Perry über ihre sexuelle Befreiung: «Sex ist ein wunderschönes Geschenk Gottes»

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Dieser Artikel erschien ursprünglich in die "Schweiz am Wochenende".

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US-Superstar Katy Perry spricht im Interview über ihre Karriere, ihren neuen Look und die Liebe.

Katy Perry, Sie kennen den Spruch sicher: Wenn eine Frau sich die Haare abschneidet ...

Katy Perry: ... dann hat sie mehr Zeit für anderes. Stimmt! Die kurzen Haare geben mir ein Gefühl von totaler Freiheit. Gefeuert habe ich meinen Friseur trotzdem nicht.

Die Reaktionen sind aber eher negativ.

Das ist okay. Ich bin noch jung und verändere mich nun mal gern. Ich bin ein Chamäleon. Aber es ist nicht nur eine äusserliche Veränderung: Vor vier Jahren dachte ich über gewisse Dinge noch anders als heute. Denn je mehr ich lerne, desto mehr realisiere ich, dass ich eigentlich gar nichts weiss.

Bei den US-Wahlen haben Sie Hillary Clinton unterstützt. Hat Sie die Niederlage frustriert?

Ich war erschüttert. Ich bin dennoch sehr stolz auf das, was Hillary geschafft hat. Sie hat den schlafenden Riesen geweckt. Wir sind nun alle aufmerksamer und interessierter an dem, was in der Welt vor sich geht. Wir können uns nicht mehr erlauben, in einer Blase zu leben.

Haben Sie beim Women’s March mitgemacht?

Ja, es ist wundervoll, wenn Tausende Frauen zusammenkommen. Wir sollten uns viel mehr gegenseitig unterstützen. Aber ich habe Hillary nicht nur unterstützt, weil sie eine Frau ist. Männer, die für Gleichberechtigung einstehen, verdienen genauso unseren Respekt. Ich treffe solche Männer zum Glück öfter.

Gilt das mit der gegenseitigen Unterstützung auch für Ihre grosse Rivalin Taylor Swift?

Natürlich. Ich führe keinen Streit mit niemandem. Ich will nichts als Liebe verbreiten. Von mir aus können wir die Friedenspfeife rauchen.

Sie sagten, dass Ihr neues Album dafür steht, dass Sie sich sexuell befreit fühlen. Warum jetzt?

Das ist eine natürliche Entwicklung des Älterwerdens. Ich liebe es, in meinen Dreissigern Frau zu sein. Zuvor habe ich mich ausprobiert und mich auf dem Selbstfindungstrip oft verwundert umgesehen. Mit 30 habe ich gewisse Vorlieben entwickelt. Endlich weiss ich, was ich mag und was nicht. Der Weg dahin war beschwerlich: Ich hatte mit meiner Familie viele Probleme aus der Vergangenheit aufzuarbeiten – besonders mit meinem Vater.

Und das hat Sie frei gemacht?

Absolut. Das hat den Bann gebrochen und Blockaden gelöst. Es hat viel vom Schmerz genommen. Der heilende Prozess hat mein Herz gekittet, und das erlaubt mir, für echte Liebe empfänglich zu sein. Und Sex ist das Ergebnis von echter Liebe. Wenn du also guten Sex hast, in voller Übereinstimmung mit deinem Partner, dann ist das ein wunderschönes Geschenk Gottes.

Ihre Familie war sehr arm.

Meine Eltern sind reisende Pastoren. Wir haben uns auf die Kirche verlassen, und das war ziemlich unbeständig. Meine Eltern erhielten Essensmarken, damit sie meine Geschwister und mich satt bekamen.

Nach Ihrer Trennung von Orlando Bloom sind Sie Single, oder?

Ja, aber ich war noch nie so offen, einen Mann in mein Leben zu lassen.

Ihre ersten musikalischen Schritte haben Sie in den Gospelchören der Kirchen gemacht.

Das war eine schöne Zeit. So beseelt, spirituell und pur. Ich fühle mich sehr hingezogen zur Spiritualität. Ich schöpfe viel Kraft aus der Meditation und von Gott. Diese Seite kommt auch auf dem Album durch. Es steckt viel Liebe und Schmerz in den Songs, und in «Pendulum» unterstützt mich ein Gospelchor.

Von Katja Schwemmers

Quelle: Schweiz am Wochenende 9.6.2017

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