«Niemand ist verantwortlich»

Zürcherin ärgert sich über Gepäck-Puff am Flughafen Zürich

Nach einem einmonatigen Aufenthalt in Kapstadt reisen eine Zürcherin und ihr Partner zurück in die Heimat. Wo ihr Gepäck ist, weiss sie nicht. Sie vermutet, dass der genannte Grund nur eine Ausrede war.

Der Frust bei der 37-jährigen Zürcherin und ihrem Mann ist gross. Am Sonntagabend reiste das Paar nach einem einmonatigen Aufenthalt in Kapstadt zurück nach Zürich. Ihr Flug landete mit zwei Stunden Verspätung am Flughafen Zürich.

Gepäck sollte nach Hause geliefert werden

Nachdem sie in der Gepäckhalle beim Gepäckband auf ihre Koffer gewartet hätten, sei nach einiger Zeit einer der Mitarbeitenden des Flughafens gekommen und habe ihnen einen Flyer mit Anweisungen zur Erfassung eines vermissten Gepäckstücks in die Hand gedrückt.

Er habe ihnen mitgeteilt, dass die Frachttür aktuell nicht geöffnet werden könne, weil diese vereist sei. Alle Passagiere würden ihr Gepäck nach Hause geliefert bekommen, sagte dieser ihnen weiter. «Wir haben ihm geglaubt, haben unser Gepäck erfasst und sind nach Hause», erzählt die Zürcherin gegenüber ZüriToday.

Zu wenig Personal statt vereiste Türen

Am nächsten Tag habe ihr eine Verwandte erzählt, dass das mit der vereisten Tür gar nicht stimme. Sie kenne eines der Crew-Mitglieder und ihr wurde erzählt, dass der Flughafen zu wenig Personal gehabt habe, um das Gepäck abzufertigen.

Von dem Callcenter, an welches sie verwiesen wurde, erhalte sie keine nützlichen Informationen, erzählt die Zürcherin. «Unser Gepäck sei noch nicht einmal im System erfasst worden», erklärt sie. Es heisse, dass der Flughafen dafür zuständig sei. «Also warten wir immer noch auf unser Gepäck und keiner fühlt sich verantwortlich für das Gepäck eines kompletten Fliegers», so die 37-Jährige. «Habe das Gefühl, angelogen zu werden», meint sie enttäuscht.

Fehlendes Personal wegen Schnee?

«Da wir einen Monat weg waren, hatten wir vieles dabei, was jetzt auch hier fehlt. Wenn ich es nun kaufen muss, muss ich mich danach wieder um die Rückerstattung streiten und darauf habe ich keine Lust», erklärt sie weiter.

Sie gehe davon aus, dass das Personal aufgrund des Schneechaos am Samstag habe Überstunden machen müssen, und dann am Sonntag Personal zur Abfertigung gefehlt habe. Das könne ja passieren. Dass man aber keine Info erhalte, was mit dem Gepäck nun ist, sei mühsam.

Minustemperaturen als enorme Herausforderung

Bei Swissport heisst es auf Anfrage von ZüriToday, dass es bei zwölf von über 200 Flügen am Sonntag, die von Swissport gehandhabt wurden, zu Verspätungen von über 30 Minuten bei der Gepäckauslieferung kam. Grund dafür war, dass die Arbeit auf dem Flugvorfeld bei Minustemperaturen eine enorme Herausforderung für alle Unternehmen am Flughafen darstellten, schreibt die Medienstelle.

«Durch die Kälte waren sowohl der Boden als auch Geräte gefroren, weshalb rund um die Flugzeuge mit grosser Vorsicht gearbeitet werden musste, und ein markant höherer Arbeitsaufwand anfiel. Dies hatte zur Folge, dass die Flugzeugbe- und entladung bedeutend mehr Zeit in Anspruch nahm und somit Verzögerungen in der Gepäckauslieferung anfielen», heisst es in dem Statement von Nathalie Berchtold, Kommunikationsleiterin bei Swissport.

«Grosse Anzahl nachzuliefernde Gepäckstücke»

«Auch wenn aus dem Ruhetag möglichst viele Mitarbeitende aufgeboten wurden, war es nicht möglich, die vorherrschenden Unregelmässigkeiten im Flugbetrieb an einem Eistag wie am Sonntag vollumfänglich während den Abflugs- oder Ankunftsspitzen abzudecken», schreibt Nathalie Berchtold von Swissport weiter.

Die Zustellung des Gepäcks erfolge normalerweise innerhalb von ein bis zwei Tagen nach dem Ausfüllen des «Missing Bag Reports». Aktuell braucht man anscheinend etwas mehr Geduld: «Aufgrund der bereits hohen Anzahl an nachzuliefernden Gepäckstücken, die aufgrund der Schneetage vom letzten Donnerstag und Samstag anfielen, kann es aktuell in Ausnahmefällen zu einer Auslieferungszeit von drei bis vier Tagen kommen», erklärt Swissport die Situation.

Zusätzliches Personal aufgeboten

Betroffenen Reisenden rät Berchtold dringend, das Online-Formular für vermisste Gepäckstücke auszufüllen, um den Auslieferungsprozess zu beschleunigen. Sobald das Gepäck zur Auslieferung bereit sei, könne es auch selbständig am Flughafen abgeholt werden.

Dies hat die Betroffene dann auch so gemacht. Sie hat ihr Gepäck am Mittwoch, drei Tage später, beim Lost-&-Found-Schalter am Flughafen Zürich gesucht und gefunden.

Swissport habe zusätzlich Personal aufgeboten, um die Gepäckmassen so rasch wie möglich zu verarbeiten und für die Auslieferung bereitzustellen, heisst es abschliessend.

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Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 6. Dezember 2023 14:41
aktualisiert: 6. Dezember 2023 14:55