Quelle: Archivbeitrag vom April 2023 / ZüriToday

Stadtverkehr

Deshalb landen Autofahrer immer wieder auf den Tramgleisen

Immer wieder tauchen im Netz Videos von Autofahrern und Autofahrerinnen auf, die sich in der Stadt Zürich auf Tramgleisen oder in Bahnhöfen verirrt haben. Wie kann das passieren? Ein Fahrlehrer klärt auf.

Ein Auto mitten auf den Tramgleisen kommt in der Stadt Zürich immer wieder vor. Im Netz machen sich Stadtzürcher regelmässig darüber lustig. In manchen Fällen geht alles gut. Doch es kann auch mal krachen.

In diesem Jahr kam es häufig zu Tram-Unfällen. Oft passiert das, weil die Autofahrer und Autofahrerinnen im komplexen Stadtverkehr überfordert sind oder in kurzer Zeit die falsche Entscheidung treffen.

Doch das ist laut Fahrlehrer Philipp Mannhard lernbar. «Wir hatten auch schon Leute aus Graubünden oder dem Wallis, welche die Prüfung schon absolviert hatten. Die haben in ihrem Leben noch nie ein Tram gesehen und wollten einmal den Dichteverkehr erleben», berichtet Fahrlehrer Philipp Mannhard. Doch diese Stadtfahrstunden würden nur spärlich genutzt.

«In der Stadt Zürich ist es einfach schwieriger»

Immer wieder nehmen Lernfahrer und Lernfahrerinnen vom Land bewusst Fahrstunden bei Philip Mannhard und seinem Team. «In der Stadt Zürich ist es einfach schwieriger», so Mannhard. Doch nicht alle bereiten sich vor ihrer ersten Autofahrt durch die Stadt entsprechend vor.

Die 22-jährige Lisa kommt aus einem Dorf im Kanton Aargau und kann sich gut an ihre erste Fahrt in der Stadt Zürich erinnern. «Ich war ehrlich gesagt im ersten Moment absolut überfordert. Da trifft plötzlich Fussgänger, Tram, Velo, Bus und Auto aufeinander – es ist eng, es staut und es kam mir vor wie ein Dschungel aus Verkehrsschildern», erzählt Lisa.

Quelle: Archivbeitrag vom Februar 2023 / ZüriToday

Der einfachste Verkehrsteilnehmer

Auch Fahrlehrer Philipp Mannhard sieht dies als grosse Herausforderung für Lenkerinnen und Lenker aus ländlichen Regionen. «Die Verkehrsdichte ist bei uns sehr anspruchsvoll. Es gibt Orte in der Stadt, an welchen man schnell überfordert sein kann, wenn man sich nicht auskennt.» Man müsse auf viele Dinge gleichzeitig schauen.

Viele seiner Kunden haben grossen Respekt vor dem Tram. «Für mich ist ein Tram eigentlich der einfachste Verkehrsteilnehmer. Es ist berechenbar und kommt nur alle drei bis vier Minuten.»

Vom Tram verfolgt

Doch auch der 26-jährige Tom aus dem Zürcher Oberland sah sich schon einmal mit einem Tram konfrontiert. «Ich bog ganz normal ab und plötzlich war ich das einzige Auto auf meinem Abschnitt. Als dann ein Tram von hinten kam, war mir bewusst wieso.»

Philipp Mannhard rät in solchen Fällen ruhig zu bleiben, anzuhalten und zu überlegen. «So lange man dem Tram den Weg nicht abschneidet, ist das kein Problem», sagt Mannhard. Zudem rät er Autofahrerinnen und Autofahrern mit wenig Stadt-Erfahrung genug Zeit einzuberechnen.

Blitz-Entscheidungen sind gefragt

Doch auch wenn man genug Zeit einberechnet, findet man nicht immer leicht durch den Verkehrsdschungel. «Zum Teil sind Wechsel in der Spurführung nicht im Navi drin, dann muss man innert Kürze entscheiden, wo man jetzt durchfahren soll, wenn man sich nicht verfahren will», berichtet uns der 31-jährige Janosch aus dem Kanton Thurgau. Also auch ein Navi ist als Begleiter mit Vorsicht zu geniessen.

In brenzligen Situationen die richtige Entscheidung zu treffen, braucht Übung. Es lohnt sich deshalb als externer Lernfahrer oder externe Lernfahrerin auch mal Fahrstunden in der Stadt Zürich zu absolvieren. Womöglich kann man so verhindern, dass man auf dem Tramgleis und als Lachnummer im Netz landet.

Hattest du auch schon einmal ein brenzliges Verkehrserlebnis in der Stadt? Erzähl uns davon in den Kommentaren!

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Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 3. Juli 2023 05:48
aktualisiert: 3. Juli 2023 05:48