Die US-Präsidentschaftswahl findet am 3. November statt.
Präsidentschaftswahl

Der Zeitplan, die Probleme, der Sieger: So läuft die US-Wahl ab

Donald Trump oder Joe Biden? Das us-amerikanische Volk wählt am Dienstag, 3. November 2020, den US-Präsidenten. Wegen Corona ist die Wahl dieses Jahr etwas anders – eine Übersicht über die Geschehnisse in der Wahlnacht.

Zur Präsidentschaftswahl am 3. November in den USA treten dieses Jahr zwei Kandidaten an, der bisherige Präsident Donald Trump und der ehemalige Vize-Präsident Joe Biden.

Joe Biden und Donald Trump im US-Wahlkampf.

Foto: Keystone

Ausgangslage

Kandidaten: Für die Republikaner tritt Donald Trump (74) aus Queens an und für die Demokraten Joe Biden (77) aus Pennsylvania.

Politischer Hintergrund: Donald Trump ist seit 2017 US-Präsident, vorher hatte er kein politisches Amt, Joe Biden war unter anderem Vertreter von Delaware im US-Senat, war in diversen Gremien und unter Barack Obama Vize-Präsident.

Chancen: Gemäss aktuelle Umfragen gibt es ein ganz knappes Rennen. Joe Biden hat derweil die Nase vorne. Die neusten Umfragen unter US-Bürgern zeigen, dass Joe Biden auf 50 Prozent der Stimmen kommt, Donald Trump auf 41 Prozent.

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Foto: Keystone

Corona: Aufgrund des Coronavirus dürften dieses Jahr viele Bürger ihre Stimme brieflich abgeben. Dadurch kann sich das Auszählen in die Länge ziehen. Experten rechnen damit, dass es Tage oder gar Wochen geht, bis alle Stimmen ausgezählt sind.

Zeitplan

3. November 2020, 18.00 Uhr US-Zeit, Mitternacht in der Schweiz: Die ersten Wahllokale schliessen in Indiana und Kentucky.

4. November 2020, 7.00 Uhr in der Schweiz: Die letzen Wahlzettel können an der Urne eingeworfen werden. Das passiert in Alaska.

Vorzeitige Auszählung: In einigen Bundesstaaten darf bereits vor der Wahl mit der Auszählung der Stimmen begonnen werden. Dazu gehören wichtige Swing States (beide Parteien haben Chance auf Wahlsieg) wie Arizona, Florida und North Carolina. Dadurch kann es in diesen Staaten nach der Schliessung der Wahllokale bereits eindeutige Ergebnisse geben.

Andere Staaten wie Ohio, Pennsylvania und Michigan dürfen die Stimmen nicht vor dem Wahltag auswerten.

Verzögerung der Auswertung: Dadurch, dass es aufgrund des Coronavirus eine Flut an brieflichen Abstimmungen geben wird, und die Bundesstaaten damit noch keine Erfahrung haben, kann sich das Auszählen in die Länge ziehen und die Verkündung der Ergebnisse verzögern.

Trump vorerst als Sieger: Da Donald Trump seine Wähler dazu aufrief, aufgrund der Gefahr von Fälschungen auf eine Briefwahl zu verzichten und in die Wahllokale zu gehen, dürfte es vorerst so aussehen, als ob Donald Trump die Wahl gewinnt. Diese Stimmen werden nämlich schneller ausgezählt als die der Briefwahl. Es ist wahrscheinlich, dass Trump in einem solchen Moment den Sieg öffentlich für sich beansprucht, noch bevor die Stimmen ausgezählt sind.

Florida: Entscheidend bei diesen Wahlen ist der Staat Florida. Gemäss Experten ist es ziemlich wahrscheinlich, dass Biden die Wahl gewinnt, wenn er in Florida die meisten Stimmen holt. Für Donald Trump gibt es mathematisch ohne Florida kaum Chancen auf einen Sieg. Hätte Joe Biden den Sieg in Florida und einem anderen Staat wie Texas auf sicher, könnte die Präsidentschaft bereits in der Wahlnacht entschieden sein. Erfahrungen zeigen aber, dass die Auszählung in Florida oft eine Weile dauert.

Es kann somit nicht damit gerechnet werden, dass am Morgen des 4. Novembers bereits fest steht, wer nächster US-Präsident sein wird.

Wann haben wir in der Schweiz das Resultat? Bei der letzten Präsidentschaftswahl von Donald Trump gegen Hillary Clinton stand das Ergebnis gegen 8.30 Uhr Schweizer Zeit am Folgetag der Wahl fest. Barack Obama sicherte sich seine zweite Amtszeit bereits um 5.15 Uhr. Aufgrund der vielen brieflichen Stimmabgaben dürfte sich das Ergebniss dieses Jahr aber, wie erwähnt, verzögern.

So funktioniert die Wahl

In den USA wird der Präsident durch Wahlmänner und -frauen gewählt. Die Bürger legen am 3. November 2020 fest, für wen die Wahlmänner in ihrem Bundesstaat stimmen müssen. Es läuft nach dem «Winner takes it all»-Prinzip. Das heisst, setzt sich ein Kandidat in einem Bundesstaat durch, erhält er alle Stimmen der Wahlmänner und -frauen in diesem Bundesstaat. Die Wahlleute sind an die Stimmen der Bürger gebunden.

Einzige Ausnahmen sind Maine und Nebraska – dort werden nur zwei Wahlmänner nach dieser Regel ausgewählt. Die anderen Stimmen werden proportional zum Wahlergebnis vergeben. Je nach Grösse des Bundesstaates haben diese eine unterschiedliche Anzahl an Wahlmännern.

Die 538 Wahlmänner müssen 41 Tage nach der US-Wahl am 3. November 2020 für den Präsidenten und den Vizepräsidenten in einer geheimen Abstimmung ihre Stimme abgeben.

20. Januar 2021: An diesem Tag tritt der US-Präsident offiziell sein Amt an.

(abl)