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Good News of the Day

Wegwerfen war einmal: Seegras hält jetzt Häuser warm

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Seegras wurde einst geschätzt - als Polstermaterial für Kutschen, für Dacheindeckungen und zum Dämmen.

Seegras am Strand – das nervt. Zumindest die Urlauber, die ihre Badetücher lieber im Sand als auf Seegras ausbreiten. Darum werden die Pflanzen tonnenweise weggekarrt. Weniger Seegras gleich mehr Touristen, so die Logik. Dabei geriet in den letzten Jahrzehnten in Vergessenheit: Seegras wurde einst geschätzt - als Polstermaterial für Kutschen, für Dacheindeckungen und zum Dämmen.

Die Dämmfunktion von Seegras wurde jetzt wiederentdeckt. Gleich zwei deutsche Unternehmen versuchen mit dieser recycelten Idee durchzustarten. Dies sind Neptutherm und Seegrashandel. Dabei wird Seegras eingesammelt, anschliessend gereinigt und in kleine Stücke geschnitten. Abschliessend wird das Material während dem Hausbau in die Zwischenräume geschüttet.

Seegras ist ein optimales Dämmmaterial, weil:

  • Es ist schwer entflammbar
  • Verrotet nicht
  • Bindet überschüssiges Wasser
  • Ist resistent gegen Schimmelbildung
  • Ist ökologischer als viele Alternativen
  • Speichert im Sommer Wärme, so dass es kühl bleibt – im Winter verhindert das Seegras, dass Wärme nach draussen fliesst

Seegras Naturdämmstoff aus der Ostsee
Ökologisch dämmen mit Seegras aus der Ostsee...
Seegras aus der Ostsee besitzt eine besonders gute Ökobilanz, das Meer wirft es als Abfallprodukt an den Strand. Eine weitere Aufbereitung ist nicht erforderlich, es ist von Natur aus gegen Schimmel und Schädlinge resistent und brennt nicht: www.seegrashandel.de

Quelle: youtube

Das Material ist aber nicht gerade eben günstig. Eine 20 Zentimeter dicke Dämmung kostet beispielsweise bei Neptutherm 28 Euro pro Quadratmeter. Und ist somit viel teurer als viele Dämmstoffe aus Kunststoff. Darauf angesprochen sagte der Geschäftsführer Richard Meier zum deutschen Online Portal «Wirtschaftswoche»: «Wenn man berücksichtigt, dass bei einem Abbruch später keinerlei Entsorgungskosten entstehen, ist es eine hervorragende Investition in die Zukunft.»

 

Quelle: watson.ch 19.6.2017

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