Good News 19.04.2017
Intelligenzbestien mit acht Armen
Foto: Radio 24 mit Bildmaterial vom zoo basel
Good News of the Day

Tintenfische sind fähig, ihre eigenen Gene und Intelligenz zu verändern.

Tintenfische gehören zu den intelligentesten Tieren.

Ein Oktopuss dürfte eigentlich gar nicht intelligent sein. Das Gehirn der Kopffüssler besitzt nur ein Zwanzigstel der Neuronen eines menschlichen Gehirns und hat zusätzlich keinen zentralen Platz in ihrem Körper, sondern verteilt sich bis zu den Tentakeln. Trotzdem gehören Tintenfische zu den intelligentesten Tieren, die es gibt. Wieso ist das so?

Rätsel, Labyrinthe und andere knifflige Aufgaben sind für Oktopusse kein Problem. Die merkwürdigen Kreaturen besitzen sogar ein Kurz- und ein Langzeitgedächtnis. Dass die Tiere intelligent sind, wissen Forscher schon lange, nur wieso sie es sind, war bislang unbekannt.

Ohne Probleme befreit sich hier ein Oktopuss aus einem geschlossenen Behälter

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Quelle: youtube

Wissenschafter aus Tel Aviv glauben, dem Rätsel auf der Spur zu sein. Gemäss den Forschern können Oktopusse ihre RNA extrem schnell reproduzieren, um sich so kurzfristig äusseren Einflüssen anzupassen. Eli Eisenberg, Leiter des Forschungsprojektes, glaubt, dass dies der Grund für die erhöhte Intelligenz der Tintenfische ist.

«Gene können durch Codierung verbessert werden – das nennen wir Mutation. Zum Beispiel kann vom Körper ein spezielles Protein produziert werden, das gerade gebraucht wird. Die DNA ist jedoch fest verankert. Wenn sie verändert wird, dann ist sie für immer verändert», erklärt Eisenberg in seinen Forschungsergebnissen.

Gemäss Eisenberg besitzen Menschen ungefähr 1000 «Spots» im Gencode, die von der RNA verändert werden kann. Die meisten dieser Spots befinden sich aber ohnehin in sogenannten «junk DNA», die unwichtig sind. Nur etwa 100 Spots an dem die RNA etwas verändern könnte, sind für den Menschen ausschlaggebend.

Tintenfische besitzen 11'000 von diesen durch RNA veränderbaren «Spots». Die Forscher sind sich sicher, dass eine Korrelation zwischen der RNA der Oktopusse und dessen Intelligenz besteht.

Wieso Oktopusse so verdammt schlau sind:

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Zusammenfassend erklärt Eisenberg, dass «flexibles RNA, flexibles DNA bedeutet. DNA verändert sich eigentlich von Generation zu Generation und nicht in einem Organismus.»

Konkret heisst das, dass Oktopusse ihre RNA zum Beispiel im Hirngewebe verändern, aber nicht im Muskelgewebe. «So könnte ein altes Protein unter normalen Einflüssen produziert werden und ein anderes unter Extremsituationen. So können verschiedene Bereiche im Organismus auf unterschiedlichen Stufen gekoppelt werden», sagt Eisenberg.

Quelle: instagram.com