Foto: Radio 24 mit Bildmaterial von Csaba Peter Rakoczy

Good News of the Day

Mandalas statt Hass: Kölner verschönert Quartier auf eigene Faust

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Mitte Mai hatten Unbekannte in Köln-Dünnwald Verteilerkästen der Verkehrs-Betriebe mit politischen Hassparolen verschmiert. Viele Anwohner ärgerten sich über die Verunstaltung. Besonders genervt war aber Anwohner Florian Pape. So sehr, dass er sich Ende Mai Pinsel und Farbe schnappte und die Schmierereien mit Mandalas übermalte.

Sein Motto war im Gegensatz zu den vorherigen Schmierereien Liebe, Hoffnung und Verstand. «Weitblick und Toleranz sollten für jeden drin sein», sagt der 25-Jährige zum «Kölner Stadt-Anzeiger».

Die Nachbarschaft nahm seine Stadtverschönerung hauptsächlich positiv auf. Er sei von vielen Passanten angesprochen worden und die Besitzer des muslimische Restaurants, vor dem die Kästen stehen, luden ihn zum Essen ein. «Ich habe lange nicht mehr so viele nette Begegnungen auf der Strasse gehabt», so Pape zur Zeitung.

Trotzdem gefiel der Neuanstrich nicht allen. Papes Mandalas wurden der Polizei gemeldet. Er habe unerlaubt Eigentum der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) bemalt. Dem Weltverbesserer drohte eine Anzeige wegen Sachbeschädigung. Doch die Polizei half ihm.

Die Beamten hätten Pape Tipps gegeben, wie er einer Anzeige entgehen könne. Pape hat sich mittlerweile offiziell bei den KVB entschuldigt und will die Verteilerkästen ein weiteres Mal, diesmal mit offizieller Erlaubnis, umgestalten. Mittlerweile hatten andere Vandalen die Mandalas erneut mit Hassbotschaften überzogen.

Nun werden die KVB die Kästen neu grundieren. Dann soll Pape sie erneut bemalen. Schliesslich soll eine Schutzschicht aufgetragen werden, damit das neue Kunstwerk vor weiteren Schmierereien geschützt ist. Für das neue Kunstwerk hat sich Pape mit seinen Nachbarn und den Restaurant-Besitzern abgesprochen. Dieses Mal wird jeder seinen Teil dazu beitragen.

 

Quelle: watson.ch 28.6.2017

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