Foto: facebook.com/theforestmanofindia

Good News of the Day

Dieser Mann hat einen Wald gepflanzt, der grösser ist als der New Yorker Central Park

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Im Alter von 16 Jahren hatte Jadav Molai Payeng auf einer Sandbank im Fluss Brahmaputra im indischen Bundesstaat Assam eine tote Schlange gefunden. Sie war durch die Strömungen angespült worden und wegen der fehlenden Bäume schutzlos in der sengenden Hitze verendet. Die tote Schlange wurde zum Auslöser für Payengs Lebensziel. In den 30 Jahren seither bepflanzt er die bis dahin unfruchtbare Insel. 

Payeng lebt auf Majuli, einer der weltweit grössten Flussinseln. Diese droht jedoch zu verschwinden. Gemäss indischen Wissenschaftern spülte der Fluss, der bei Monsunen stets ansteigt, seit 1917 bereits einen Drittel der Insel einfach weg. Laut dem Magazin «Earth Science India» könnte sie durch Abtragungen in 15 bis 20 Jahren sogar ganz verschwunden sein. Im Fluss Brahmaputra sind immer mehr Sandbänke zu sehen, wo früher Wasser war.

Wenn es nach dem Willen Payengs geht, wird das nicht eintreten: «Als ich die tote Schlange gesehen hatte, dachte ich, dass sogar wir Menschen auf diese Weise in der Hitze sterben werden. Das hat mich getroffen. In Trauer um diese toten Schlangen habe ich den Wald erschaffen», erinnert sich der Umweltaktivist im Interview mit National Public Radio (NPR). Payengs unglaubliche Anstrengungen scheinen nun vom Erfolg gekrönt zu werden.

Gemäss Travelbook.de ist ein grosser Teil der einst unfruchtbaren Sandbank unterdessen mit Bäumen und Büschen bedeckt. Der inzwischen nach Jadav Molai Pyeng benannte Molai-Wald ist heute grösser als der Central Park in New York. Der Wald umfasst rund 5,5 Quadratkilometer Fläche, der Central Park nur etwa 3,41 Quadratkilometer.

Nicht nur die Flora, auch die Fauna hat sich dank Payeng ausgebreitet. In seinem Wald gibt es Affen, Königstiger, indische Nashörner, Hirsche, Hasen und zahlreiche Vogelarten. Jedes Jahr sollen rund 115 Elefanten den Marsch auf die Insel auf sich nehmen, um für drei Monate im Wald leben zu können.

Während Jahrzehnten blieb der Wald Payengs Geheimnis. Erst 2007 stiess der indische Fotojournalist Jitu Kalita bei einer Tour auf dem Fluss Brahmaputra per Zufall auf den Wald. In einem Dok-Film über Payeng mit dem Titel «Forest Man» beschreibt Kalita seine Entdeckung: «Ich bin darauf zugelaufen, und als ich ankam, konnte ich meinen Augen nicht trauen. Ich hatte einen dichten Wald inmitten einer unfruchtbaren Einöde gefunden».

Unterdessen ist Payeng berühmt geworden für seinen Einsatz für die Umwelt. Der ehemalige indische Staatspräsident A. P. J. Abdul Kalam verlieh ihm 2012 den Titel «Forest Man of India». 2015 zeichnete ihn die indische Regierung mit dem Zivilorden «Padma Shri» aus. Doch Payeng hat nicht vor, sich auf den Lorbeeren auszuruhen: «Ich werde mit dem Bepflanzen weitermachen bis zu meinem letzten Atemzug», sagte er gegenüber NPR. Er habe ein Beispiel dafür gesetzt, was ein einziger Mann ausrichten könne. Niemand könne Gott sehen, so Payeng. Doch für ihn sei Gott aber die Natur und das würde ihm Inspiration geben: «Das gibt mir Kraft. Solange der Wald überlebt, überlebe auch ich.»

(cbe)

Quelle: watson.ch 17.8.2018

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