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Good News of the Day

«Contro el manspreading»: Madrid setzt sich gegen breitbeinig sitzende Fahrgäste zur Wehr

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Viele (vor allem Frauen) kennen es: im Bus, Zug oder Tram fläzt sich der männliche Fahrgast nebenan derart breitbeinig in den Sitz, dass nichts anderes übrig bleibt, als sich möglichst schmal zu machen und artig die Knie zusammenzupressen.

«Manspreading» wird dieses Phänomen genannt. Es beschreibt Männer, die im öffentlichen Verkehr vergessen zu scheinen, wo die eigene Privatsphäre aufhört und diejenige des anderen beginnt.

Auf den sozialen Medien ist der Begriff schon seit einiger Zeit verbreitet. Unter dem Hashtag #manspreading posten Betroffene Bilder von Männer, die im öffentlichen Verkehr zu viel Platz einnehmen und andere verdrängen.

Gegen dieses Problem werden nun die städtischen Verkehrsbetriebe der spanischen Hauptstadt Madrid aktiv. Das Transportunternehmen EMT richtet sich mit Schilder in ihren Fahrzeugen an breitbeinige Gäste und fordert mehr Respekt. Auf einem einfachen Piktogramm wird ersichtlich, wie man(n) sich in öffentlichen Verkehrsmittel hinsetzt und die Grenzen des eigenen Sitzplatzes beachtet.

Unterstützt wurde die ETM bei ihrer Initiative von der Madrider Gleichstellungsbehörde. Diese hat das Thema aufgenommen, nachdem über 12'000 Personen eine Online-Petition unterzeichnet hatten. Die Frauen hinter dieser Petition schreiben: «In allen Verkehrsmitteln rufen Aufkleber dazu auf, für Schwangere, Menschen mit Kinderwagen. Senioren oder Behinderte Platz zu machen. Aber da gibt es etwas, das uns alle betrifft, praktische jedes Mal, wenn wir den öffentlichen Verkehr nutzen: das Manspreading.»

Die Reaktionen auf die Aktion fallen unterschiedlich aus. Da sind jene, die finden, dass es höchste Zeit für eine Sensibilisierungskampagne war und andere, die sich genauso belästigt fühlen, wenn Frauen mit Taschen mehrere Sitzplätze belegen.

Die einen finden es super...

...andere sehen es kritisch

Madrid ist nicht die erste Stadt, die sich gegen Beinspreizer zur Wehr setzt. Wie die britische Zeitung «Guardian» schreibt, gibt es in anderen Städten ähnliche Initiativen. In New York wurde das Problem bereits vor drei Jahren angegangen. Mit Stickern in der U-Bahn wurde auf breitbeiniges Sitzen aufmerksam gemacht. In San Francisco können Manspreader sogar mit einer Busse bestraft werden.

 

 

Quelle: watson.ch 13.6.2017

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