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Die Lunge der Welt brennt: Fünf Bilder, die zeigen, wie verheerend die Brände im Amazonas sind

Der Amazonas brennt. In Brasilien, Bolivien und Paraguay wüten die schlimmsten Waldbrände seit Jahren. Diese Bilder zeigen, wie heftig die Brände sind – und was sie für die Welt bedeuten.
Helen Obrist/sda/watson

Die Dimensionen sind gewaltig: In Brasilien wüten die schlimmsten Waldbrände seit Jahren. 2000 Kilometer nordwestlich von São Paulo brennen Hunderte Quadratkilometer des Amazonasgebiets – auch Paraguay und Bolivien sind betroffen.

1. Die Vogelperspektive

Aus der Luft sind die Rauchschwaden deutlich zu erkennen.
Aus der Luft sind die Rauchschwaden deutlich zu erkennen.
Foto: EPA

Die Zahlen des Raumfahrtforschungszentrum Inpe sind erschreckend: 2019 wurden bereits über 70'000 Brände im Amazonas-Gebiet registriert. Die Zahl der Brände stieg im Vergleich zum Vorjahr um 83 Prozent.

2. Gespenstische Szenen in São Paulo

Nicht nur aus dem Weltall sind die Brände deutlich zu erkennen, zwischenzeitlich war der Rauch so stark, dass er den Himmel über São Paulo verdunkelte.

In den sozialen Medien wurden zahlreiche Bilder des schwarzen Himmels über der brasilianischen Grossstadt geteilt.

Der Rauch färbt den Himmel dunkel: São Paulo um 15 Uhr Ortszeit.
Der Rauch färbt den Himmel dunkel: São Paulo um 15 Uhr Ortszeit.
Foto: twitter/@ch1minssi

3. Die illegalen Rodungen

Laut den Forschern des Raumfahrtforschungszentrum Inpe sind die Auslöser der Brände illegale Abholzung und Brandrodungen. «In 99,9% der Fälle ist die Ursache menschliche Aktivität – absichtlich oder nicht», so Alberto Setzer, Koordinator des Programms zur Überwachung von Bränden bei Inpe gegenüber der «Deutschen Welle». «Es ist die Folge bösen Willens, der mit Faulheit und Unwissenheit verbunden ist.»

Ein Bild von 2017, dass die Zerstörung der illegalen Rodungen zeigt.
Ein Bild von 2017, dass die Zerstörung der illegalen Rodungen zeigt.
Foto: ap

Ein Grund für die illegalen Rodungen: Die weltweite Nachfrage nach Papier wächst rasant. Dafür hinhalten müssen die Bäume im Amazonasgebiet.

4. Die Lunge der Welt brennt

Die Situation ist ausser Kontrolle. In den Regionen Mato Grosso und Para wurde der nationale Notstand ausgerufen. Doch die Brände haben nicht nur Konsequenzen für die Menschen vor Ort, sondern für die ganze Welt.

Je mehr Bäume gerodet werden, desto weniger CO2 können sie binden. Dieses Archivbild von 2009 zeigt das Ausmass der Rodungen im nördlichen Teil des Amazonasgebiets in Brasilien.
Je mehr Bäume gerodet werden, desto weniger CO2 können sie binden. Dieses Archivbild von 2009 zeigt das Ausmass der Rodungen im nördlichen Teil des Amazonasgebiets in Brasilien.
Foto: Keystone

Der Amazonas-Regenwald gilt als Lunge der Welt. Schätzungen zufolge binden die Pflanzen des Regenwalds jährlich mehr als zwei Milliarden Tonnen CO2. Je mehr Bäume niedergebrannt werden, desto weniger Kohlendioxid können sie aus der Atmosphäre abbauen. Und das könnte verheerende Auswirkungen auf das Weltklima haben.

5. Der klimafeindliche Präsident

Wenig besorgt über die Konsequenzen der Brände ist Brasiliens ultrarechter Präsident Jair Bolsonaro. Er geriet bereits in Vergangenheit harsch in Kritik, weil er das Amazonas-Gebiet zum Rohstoffabbau freigeben will.

Geht es nach Jair Bolsonaro sollen grosse Teile des Amazonas-Gebiet zum Rohstoffabbau freigegeben werden.
Geht es nach Jair Bolsonaro sollen grosse Teile des Amazonas-Gebiet zum Rohstoffabbau freigegeben werden.
Foto: ap/ibama

Bolsonaro geht derzeit gar soweit, dass er Umweltschützer für die jüngste Serie der Waldbrände verantwortlich macht.

Jair Bolsonaro
Jair Bolsonaro
Foto: ap

«Wir nehmen den Nichtregierungsorganisationen ihre Zuschüsse, wir haben die Überweisungen der Regierungsstellen eingestellt. Jetzt fehlt ihnen das Geld», sagte der brasilianische Präsident am Mittwoch. «Es kann also sein, dass diese Organisationen gegen mich persönlich und die brasilianische Regierung vorgehen. Das ist der Krieg, in dem wir uns befinden.» Beweise für seine Behauptungen legte er nicht vor. Auch die Umweltorganisationen wiesen die Vorwürfe entschieden von sich.

«Diese Behauptung des Präsidenten ist unverantwortlich», sagte der Präsident des Instituts für Umweltschutz (Proam), Carlos Bocuhy, dem Nachrichtenportal G1. «Es hat keinen Sinn, zu behaupten, wir hätten das Feuer gelegt. Das ist absurd.»

Helen Obrist/sda/watson