Foto: Keystone

Schweiz am Wochenende

Filmdrama «Euphoria»: Vom Erfolg in die Pflicht genommen

Präsentiert von:

Dieser Artikel erschien ursprünglich in die "Schweiz am Wochenende".

Seite besuchen

Mit dem Filmdrama «Euphoria» revanchiert sich Alicia Vikander am Zurich Film Festival bei der Frau, die ihr zum Durchbruch verhalf.

Die Schweden nennen sie ihren schönsten Hollywoodexport seit Ingrid Bergman. Doch Alicia Vikander ist nicht nur mit Schönheit, sondern auch mit haufenweise Talent gesegnet. Die 28-jährige Schauspielerin mit dem goldenen Teint ist zwar erst seit wenigen Jahren in Hollywood aktiv, hat aber seit ihrem Auftritt in «The Danish Girl» (2016) bereits einen Oscar in ihrem Schrank.

Dass Hollywood überhaupt auf sie aufmerksam wurde, hat Alicia Vikander ihrer Landsfrau Lisa Langseth zu verdanken. «Lisa war die erste Filmemacherin, die mir eine Chance gab», erinnert sie sich in einem Interview mit der Zeitschrift «The Hollywood Reporter». Langseth hatte der Darstellerin 2009 die Hauptrolle in ihrem Debüt «Pure» anvertraut. Zu einem Zeitpunkt, als Vikander erst ein paar TV-Auftritte vorzuweisen hatte.

Die Darstellerin packte die Chance: Für «Pure» gewann sie auf Anhieb den Guldbagge, den schwedischen Oscar. Das öffnete ihr Türen. Mit Auftritten in internationalen Filmen wie «Anna Karenina» (2012), «Inside WikiLeaks» (2013) und «Jason Bourne» (2016) brannte sich Vikander ins Gedächtnis der wichtigsten Hollywoodproduzenten. Und seit der Oscar-Prämierung kann sich die gebürtige Götheborgerin, die akzentfrei Englisch spricht, ihre Rollen aussuchen.

Jetzt auf

Grösseres Publikum verdient

Diese Freiheit hat Vikander nun genutzt, um sich bei Lisa Langseth zu revanchieren. In Langseths neuem Film «Euphoria», der am Zurich Film Festival in Anwesenheit des Duos als Schweizer Premiere lief, übernahm Vikander nicht nur die Hauptrolle, sondern auch die Rolle als Produzentin. «Ich wollte unbedingt wieder mit Lisa zusammenarbeiten», sagt Vikander und schwärmt von einem kreativen Band zwischen ihnen. «Euphoria» ist der erste Film von Vikanders der im Juni 2016 gegründeten Produktionsfirma Vikarius Productions. Die Schauspielerin sagt, sie habe die andere Seite des Filmemachens kennen lernen und Projekte schon von Anfang an begleiten wollen. Bei «Euphoria» holte Vikander nicht nur die nötigen Geldgeber an Bord. Sie war es auch, die Langseth vorschlug, den Film fernab ihrer gemeinsamen Heimat zu drehen und nicht mit einem schwedischen Cast, sondern mit englischsprachigen Schauspielern wie Eva Green und Charlotte Rampling. «Lisas Filme haben ein grösseres Publikum verdient», findet Vikander. Die Schauspielerin sieht sich von ihrem Erfolg in die Pflicht genommen und findet es an der Zeit, dass jene Frau, die Vikander einst ins Schaufenster hob, nun selbst den nächsten Schritt nach oben macht.

Geheimnisse, Lügen, Verrat

Alicia Vikander nennt Lisa Langseth ihr Vorbild, eine Frau voller Ideen, mit einem starken Willen, die viel zu sagen hat. Erneut zusammen einen Film zu drehen, sei das Grösste gewesen, Langseth und Vikander hätten heute ja auch viel mehr Erfahrung als noch bei «Pure». Und Erfahrung ist das A und O in ihrer Branche, das Werkzeug, mit dem die beiden Filmschaffenden ihre Arbeit formen.

Mit «Euphoria» hat das schwedische Powerduo ein Mystery-Drama gezimmert. Vikander und Eva Green spielen zwei Schwestern, die nicht viel gemeinsam haben, aber eine gemeinsame Europareise unternehmen, in deren Verlauf sie sich mit ihrer schwierigen Familienvergangenheit auseinandersetzen müssen. Es geht um dunkle Geheimnisse, Lügen, Verrat. Es geht um Leben und Tod. Es geht um starke Frauen.

Eine starke Frau spielt Alicia Vikander auch in ihrer nächsten Rolle: Lara Croft. Genau, jene Heldin aus dem Videospiel «Tomb Raider», die im Kino schon von Angelina Jolie verkörpert wurde. «Bereits als Kind träumte ich davon, in einem grossen Abenteuerfilm mitzuspielen», erzählt Vikander. «Ich liebe es, physisch an meine Grenzen zu gehen.» Die Rolle hatte Jolie Anfang der Nullerjahre in Hollywoods oberste Liga katapultiert. Dort spielt jetzt auch Alicia Vikander.

von Lory Roebuck

Quelle: Schweiz am Wochenende 29.9.2017

Radio 24
  • Radio 24
    Radio 24